AKTUELLES

LANDARBEITERKAMMER FÜR SALZBURG

 

 

Berufsjägerschulung in Stegenwald

03.04.2026

 

Am 31. März 2026 fand im Jagdzentrum Stegenwald der diesjährige Berufsjägertag der Salzburger Berufsjägerschaft statt. Die Veranstaltung hat sich über die Jahre als fixer Termin im Kalender etabliert und bot auch heuer wieder eine wertvolle Plattform für Austausch, Weiterbildung und berufspolitische Diskussionen. Die Landarbeiterkammer Salzburg nutzte den Vormittag erneut, um eine gezielte Schulung für Berufsjäger anzubieten und damit aktuelle Entwicklungen aus Praxis und Gesetzgebung kompakt aufzubereiten. Im Mittelpunkt standen zwei hochrelevante Themenbereiche: die Neuerungen im Waffenrecht sowie die aktuelle Situation rund um den Wolf in Salzburg. Als Vortragende konnten mit Reinhold Sodia, einem erfahrenen Waffenhändler aus Salzburg, sowie dem Salzburger Wolfsbeauftragten DI Hannes Üblagger zwei ausgewiesene Experten gewonnen werden.

 

DI Hannes Üblagger gab einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der Wolfspopulation sowie die rechtlichen und praktischen Herausforderungen im Umgang mit dieser streng geschützten Tierart. Im Zuge der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) wurde eine Anpassung des Schutzstatus - insbesondere die Einstufung in Anhang V - des Wolfes ermöglicht, was langfristig eine Vereinfachung der Regulierung der Population ermöglicht. Voraussetzung bleibt jedoch weiterhin der eindeutige Nachweis von Wölfen, was die Rolle der Jägerschaft im Monitoring deutlich unterstreicht.

Die Wolfspopulation befindet sich europaweit in einem starken Wachstum. Prognosen gehen davon aus, dass sich Bestände etwa alle drei Jahre verdoppeln könnten. Auch in Salzburg ist eine zunehmende Präsenz festzustellen: In den vergangenen drei Jahren wurde jeweils ein Wolf entnommen, gleichzeitig kam es jährlich zu rund 30 bis 100 Nutztierrissen. Aktuell werden im Bundesland etwa sieben bis zehn Wölfe nachgewiesen, wobei Salzburg derzeit noch kein etabliertes Rudelgebiet darstellt, sondern vielmehr als Durchzugsregion gilt.

 

Im zweiten Vortrag widmete sich Reinhold Sodia den aktuellen Entwicklungen im Waffenrecht. Hintergrund der jüngsten Gesetzesänderungen sind unter anderem europarechtliche Vorgaben sowie nationale sicherheitspolitische Ereignisse, die zu einer schrittweisen Verschärfung geführt haben. Die erste Phase der Reform ist bereits mit 1. Oktober 2025 in Kraft getreten, während die zweite Phase, ursprünglich für 1. April 2026 vorgesehen, auf das zweite beziehungsweise dritte Quartal 2026 verschoben wurde. Zu den wesentlichsten Änderungen zählt die Einführung einer einheitlichen vierwöchigen Wartefrist beim Erwerb von Waffen aller Kategorien. Eine Ausnahme besteht lediglich für Inhaber eines Waffenpasses, nicht jedoch für Jagdkartenbesitzer. Zudem wurden sogenannte „Private-zu-Private“-Verkäufe (C2C) neu geregelt: Diese müssen künftig verpflichtend über einen Waffenhändler abgewickelt werden, wodurch eine strengere Überprüfung beider Vertragsparteien sichergestellt wird. Auch die Kennzeichnungspflichten für Waffen wurden verschärft, um eine bessere Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten.

 

Die zweite Phase der Reform bringt weitere einschneidende Änderungen mit sich. So wird ein Mindestalter von 25 Jahren für bestimmte Waffen eingeführt, mit Ausnahmen etwa für Jäger (hier bleibt es bei 21 Jahren für Kategorie B) und Milizangehörige. Die psychologische Eignungsprüfung wird deutlich ausgeweitet und umfasst künftig mehrere Stunden. Darüber hinaus wird die Waffenbesitzkarte erstmals befristet auf fünf Jahre ausgestellt und an einen konkreten Bedarfsnachweis geknüpft. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der verbesserten Vernetzung der Behörden, etwa zwischen Waffenbehörde, Jagdbehörde und Stellungskommission.

 

Am Nachmittag fand die Vollversammlung der Salzburger Berufsjäger statt, bei der neben dem Kassabericht auch ein umfassender Tätigkeitsbericht durch den Obmann Josef Messner präsentiert wurde. Den Abschluss bildete eine Rede des Salzburger Landesjägermeisters Maximilian Mayr-Melnhof, der auf aktuelle Herausforderungen und die zukünftige Entwicklung der Jagd in Salzburg einging. Der diesjährige Berufsjägertag zeigte einmal mehr die Bedeutung kontinuierlicher Weiterbildung und den engen Austausch innerhalb der Berufsgruppe. Gerade in Zeiten zunehmender rechtlicher Anforderungen und ökologischer Veränderungen kommt der fundierten Information und der gemeinsamen Diskussion eine zentrale Rolle zu. Die Landarbeiterkammer Salzburg unterstreicht mit ihrem Engagement die Wichtigkeit, Berufsjäger bestmöglich auf diese Entwicklungen vorzubereiten und sie in ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit zu unterstützen.